Kann man mit Kompost überdüngen?

Kompost bringt der Gartenerde Nährstoffe und Struktur. Wie viel von jedem liegt an der Zusammensetzung des Grundstoffs der Gartenbevölkerung. Während die einen zusätzliche Nährstoffe ausbringen, schwören andere allein auf Düngung mit Kompost. Liegt die Weisheit wieder in der Mitte? Wie muss Kompost zusammengesetzt sein und woher kriege ich genug Kompost für die vielen Pflanzen?

Was ist Kompost?

Kompost ist in übertragener Bedeutung Mischmasch. Vornehmer und wörtlich heißt es der Zusammengestzte. Und den Kalauer, dass zwishcen Kompost und Kompott nicht immer viel Zeit liegt, kann ich mir nicht sparen.

Fast alle Gartenübrigbleibsel können auf den Kompost. Ein paar Ausschlüsse gibt es doch, die sind im Kasten unten notiert. Die Anteile holziger und krautiger Gartenreste müssen ausgewogen verteilt werden. Am besten ist es, wenn krautige und holzige Teile je zur Hälfte gemischt werden. Das lässt sich im Laufe des Jahres kaum immer einhalten. Deshalb ist das Mischen wichtig.

Warnung

Auf dem Kompost sollen die Dinge sich zersetzen. Alles, was sich nicht zersetzt, ist ungeeignet. Alle Dinge, die Krankheiten auf die Pflanzen übertragen können, passen nicht für den Komposthaufen. Un-, Bei- oder Wildkräuter verbreten sich über den Kompostierung in Windeseile. Nagetiere werden vor Allem durch Essensreste angelockt. Darum sind auch sie tabu. Deshalb sollen nicht auf den Kompost:

### Tabu für die Kompostlege

  • Werkstoffe: Metall, Ton, Kunststoffe
  • Haushaltsabfälle
  • Gegarte Essensreste
  • Maisstrunk
  • Kohlstrunk
  • Pflanzenteile mit Krankheiten
  • Samentragende Wildkräuter
  • Wurzelbeikräuter

Vor allem holzige Reste müssen zerkleinert werden. Wer die Nachbarn erfreuen will, nimmt nicht den Häcksler, sondern zerschneidet nur die fingerdicken Stängel mit der Gartenschere in etwa fingerlange Stücke. Das reicht schon völlig aus.

Welche Arten von Kompost gibt es?

Schnellkompost reift in einigen Monaten. Die Nährstoffe sind schnell aufgeschlossen, die Bodenstruktur allerdings wird durch diesen Kompost nicht verbessert.

Biokompost sind Gartenabfälle, die durch tierische Stoffe wie Jauche, Mist oder Gülle mit Nährstoffen angereichert werden. Wenn die Biostoffe direkt auf die Erde gebracht werden, sind die Nährstoffe zwar verfügbar, aber auch hierbei ist eine Verbesserung der Bodenstruktur nicht erkennbar.

Grüngutkompost wird wie oben beschrieben aus holzigen und krautigen Gartenabfällen zusammengesetzt. Nach ein paar Monaten Rotte entsteht hier wie beim Biokompost Reifekompost. Die Reife ist erkennbar, wenn nur noch ein paar Regenwürmer durch den Haufen krabbeln.

Information
Zugedeckte Komposthaufen, dafür eignen sich Pappe, Bleche oder Grasschnitt, ermöglichen den Kleinlebewesen das durchdringen des ganzen Haufens. Sonst wird der obere Teil nur trockener, aber nur schwer zersetzt. Durch das Zudecken bleibt die Feuchtigkeit im Komposthaufen.

Wenn der Kompost gereift ist, ist es gut ihn zu sieben. Die groben Reste können entweder im Obstgarten als Mulch genutzt werden oder sie kommen als Grundschicht auf den nächsten Komposthaufen. Reifer Kompost verbessert nicht nur die Bodenstruktur, sondern auch die Fähigkeit des Bodens Wasser und Nährstoffe zu halten.

Besonders schön fand ich es immer, wenn aus lehmigem Boden endlich Gartenerde wurde. Wenn aus dem bräunlichen Lehm fetter glänzender und bröseliger Gartenboden entstand. Auch wenn die Farbe des Sandbodens Jahr für Jahr dunkler wird und das Wasser besser hält, und wenn dieser Boden dann endlich auch das Gießwasser hält, ist es wunderbar.

Was ist überdüngen?

Alle Pflanzen brauchen Nährstoffe, das wurde im Artikel diesen Blogs zu Indikatorpflanzen beschrieben. Die wesentlichen Nährstoffe sind Stickstoff, Phosphor und Kalium. Außerdem sind Magnesium und Kalzium wichtig.

Bestimmte Gaben mineralischer Dünger zerstören auf Dauer die Krümelstruktur des Bodens und dabei verliert der Boden das Wasserhaltevermögen. Das ist gut für die Gartenbodenverkäufer, aber nicht für den Geldbeutel der Gartenfreunde. Meiner Meinung nach muss der Boden im Garten so behandelt werden, dass er auch im nächsten Jahr wieder nutzbar ist. Weder Übernutzung noch Überdüngung sind ein Ziel des Gartenbaus.

Durch zuviel Gabe von Düngern, vor allem zuviel Stickstoff wie aus mineralischem Dünger oder auch aus Hornspänen, Rinderdung oder Pferdedung, wachsen die Pflanzen sehr kräftig. Manchmal wachsen sie zuviel. Das kann man auf Kuhweiden sehen, wo besonders hohe Pflanzen stehen, lag früher ein Kuhfladen. Das sind Geilstellen.

Zuviel Dünger lässt Pflanzen gedeihen, schädigt sie aber. Ein Verweis ist unten notiert. Der erste Hinweis ist, wenn Pflanzen Krankheiten bekommen oder Schädlinge sich breit machen. DAnn kann das ein Hinweis sein, dass die Pflanzen eventuell auch zuviel Nährstoffe haben. Für die verschiedenen Nährstoffe sind Anzeichen und Möglichkeiten der Abstellung sind im Verweis zu finden.

Wie kommen Nährstoffe in den Kompost?

Durch Grüngutkompost verbessert sich in erster Linie die Bodenstruktur. Dieser Kompost ist ein fantastischer Humusbildner. Nährstoffe sind nicht übermäßig vorhanden. Biokompost aus biologischen Abfällen entält viele Nährstoffe und ist somit ein Pflanzendünger, während der Grüngutkompost ein Bodendünger ist.

Nach ein paar Jahren Gartenbau habe ich gemerkt, dass allein das Düngen mit Grüngutkompost nicht vor Bodenmüdigkeit schützt. Das machte sich dadurch bemerkbar, dass der Ertrag weniger wurde. Deshalb habe ich begonnen, den Kompost auch mit biologischen Abfällen anzureichern.

Einmal probierte ich es mit Einstreu aus dem Wachtelgehege für den Kompost. Dabei bekam ich mehr Stroh als biologische Abfälle. Deshalb gebe ich nun – inspieriert duch Alwin Seifert – Rinderpellets, Hornspäne, Knochenmehl und Gesteinsmehl in den Komposthaufen. Nach einem Jahr und einem einmaligen Umsetzen sind die Stoffe vermischt und können nicht stellenweise im Garten für Überdüngung sorgen. Das Gesteinsmehl sorgt dafür für die Mineralien im Boden.

Außerdem bin ich dazu übergegangen. Den frischen Kompost nur für Starkzehrer einzusetzen. Das spart mir das Düngen für die ganze Gartenfläche und es sichert den Starkzehrern den notwendigen Bedarf zu. Schwachzehrer bekommen keinen Kompost und sind so vor der Überdüngung geschützt.

Überdügen durch Kompost?

Wer intensiv mit Biokompost düngt, hat gute Chancen zu viel Dünger in den Boden zu bekommen. Fruchtwechsel beugt dem Überdüngen vor. Zurzeit plädiere ich für angereicherten Grüngutkompost mit Einhaltung des Fruchtwechsels.

Verweise zum Düngen mit Kompost

Kompostarten, Kompostieren

Buchtipp
Mit diesem Buch habe ich Einiges über Kompostieren gelernt. Die Sache mit dem Horndung allerdings habe ich mir nicht zu eigen gemacht. Und mein Exemplar ist hier nicht in der Liste.
Gärtnern ackern ohne Gift – Bücherangebote Booklooker

Nährstoffbedarf von Gemüsepflanzen erkennen

Düngen und Überdüngung

 4,546 Aufrufe insgeamt

Quellennachweis

Verwandte Beiträge

Haus Hof Garten Teller
  • Haus Hof Garten Teller
  • Er arbeitet gern im Garten. Manche sagen, er ist ein Gartenanhänger, aber der Wortwitz wäre zu abgedroschen. Vor allem schneidet er gern Obst- oder Ziergehölz.
    Seit vielen Jahren wohnt er in einem Haus und Essen gehört zu seiner täglichen Routine.
    Und er interessiert sich für Dinge, die in- und außerhalb des Gehöfts passieren.

-+=